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Musik

Musik: Da spielt die Musik!

 

Umschreibung: 1.) Da ist etwas los. Hier gibt es ein Fest. [HS] 2.) hier ist die zuständige Stelle [Kü, S. 18843]

Historische Analyse: 1.) 'Musik' (Plural selten) meint hier die (Tanz-)Kapelle, die ausführenden Musiker [vgl. Gr]. Wo ein Fest stattfindet, spielt häufig auch eine Musikkapelle, so dass man die Veranstaltung schon von weitem hören kann. 2.) 'Musik' steht hier stellvertretend für 'Leitung, Vorgesetzter, zuständiger Beamter' und ähnliches. Diese von Küpper seit den 1920er-Jahren dokumentierte Verwendungsweise leitet sich vielleicht von den Militärkapellen ab, die vorausmarschieren und damit die Marschrichtung angeben. Geht man dorthin, wo die Musik spielt, ist man am richtigen Ort. Eine Variante lautet: vorn spielt die Musik = zuständig sind die Vorgesetzten. [Kü, S. 18843f.] - Entstehungszeit: 2.) 1920 ff. [Kü, S. 18843] - Gebräuchlichkeit: umgangssprachlich [HS]

 

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Musik: hinter/ in etwas ist/ sitzt/ steckt Musik/ Da liegt Musik drin!

Umschreibung: das hat Schwung, mitreißende Kraft, ist vortrefflich, funktioniert bestens, ist sehr erfreulich. [Kü, S. 18843]; etwas hat Kraft, Wucht [DUW]; etwas ist toll, großartig [DURW] Synonym: Die Sache läßt sich hören! [Rö]

Historische Analyse: Die Wendung meint eigentlich: etwas klingt so angenehm wie Musik [DURW], ist so erfreulich wie Musik [vgl. Rö]. Bereits Wander führt diesen im 19. Jahrhundert entstandenen Ausdruck an und verortet ihn im Berliner Dialekt: Da liegt Musik drin. Sagt der Berliner, um anzudeuten, dass ihm die Sache richtig oder vortrefflich erscheint [Wa, S. 32657]. 'Musik' steht hier stellvertretend für eine schöne, mitreißende, schwungvolle Sache. Das zeigt zugleich, welche prototypischen Eigenschaften Musik zugeschrieben werden. - Entstehungszeit: 1840 ff. [Kü, S. 18843] - Gebräuchlichkeit: umgangssprachlich [DUW] - Fremdsprachen: englisch: to have music in one's blood [DUOD-E]

 

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Musik: Musik in jemandes Ohren sein/ Das ist Musik in meinen Ohren!

 

Umschreibung: 1.) eine äußerst angenehme und willkommene Äußerung, Neuigkeit oder Ähnliches für jemanden sein [DUW], für jemanden sehr erfreulich, angenehm (zu hören) sein [DURW]; eine willkommene Botschaft sein [Rö] 2.) Das ist Musik in meinen Ohren! (auch: Das ist mir Musik in den Ohren!, Das ist Musik für mein Ohr!): das höre ich gern [Kü, S. 18843; Wa, S. 32654]; freudiger Ausruf [HS]

Historische Analyse: Eine Äußerung, Nachricht oder ähnliches klingt so angenehm wie Musik, ist so erfreulich wie Musik. Küpper dokumentiert diese sprichwörtliche Redensart erst in den 1920er-Jahren [vgl. Kü, S. 18843], aber sie könnte weit älter sein und etwa in Anlehnung an den seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Berlinerischen gebräuchlichen Ausruf 'Da liegt Musik drin!' entstanden sein. 'Musik' steht hier stellvertretend für eine angenehme, erfreuliche Botschaft, die man so gerne hört wie ein Musikstück. Das zeigt zugleich, welche prototypischen Eigenschaften Musik zugeschrieben werden. [HS] - Entstehungszeit: 1920 ff. [Kü, S. 18843] - Gebräuchlichkeit: umgangssprachlich [DUW] - Fremdsprachen: englisch: to be music to somebody's ears [DUOD-E]

 

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