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pauken

pauken: etwas (hinein-)pauken/ jemandem etwas (hin)einpauken

 

Umschreibung: 1.) (besonders vor einer Prüfung) sich einen bestimmten Wissensstoff durch intensives, häufig mechanisches Lernen oder Auswendiglernen anzueignen suchen [DUW] 2.) intensiv lernen [DUW]; etwas unter Mühen, nachdrücklich lernen [Kü, S. 7274]; angestrengt lernen [Kü, S. 20118] 3.) jemandem etwas einpauken: a) jemandem etwas durch ständige Wiederholung eintrichtern [Kü, S. 20118]; b) jemanden auf eine Prüfung vorbereiten; jemanden auf etwas abrichten; jemanden anlernen [Kü, S. 7274]

Historische Analyse: Bereits Adelung verzeichnet für 'pauken' die beiden Bedeutungen 'Schlagen in solchen Fällen, in welchen dadurch ein solcher Schall verursacht wird' und in engerer und gewöhnlicherer Bedeutung 'die Pauken schlagen' [vgl. Ad, S. 40037]. Die Herkunft des Wortes 'Pauke' für ein kesselförmiges Schlaginstrument ist unbekannt; vielleicht lautmalenden Ursprungs und an 'pochen' anzuschließen [vgl. Pfeifer, Bd. 2, S. 1244]. Neben der ursprünglichen Bedeutung des davon abgeleiteten Verbs, im Mittelhochdeutschen 'puken' - das Instrument Pauke schlagen - kam im 17. Jahrhundert die allgemeinere Bedeutung 'schlagen, prügeln' auf und in der Studentensprache des 19. Jahrhunderts 'fechten, eine Mensur schlagen' [vgl. Pfeifer, Bd. 2, S. 1244]. Die ältere schülersprachliche Verwendungsweise 'unterrichten' entstand um 1700, wohl in Anlehnung an die Bezeichnung 'Arsch- oder Hosenpauker', kurz 'Pauker', für 'Lehrer', welche einen Lehrer meinte, der zur Bestrafung auf den Hosenboden der Schüler wie auf eine Pauke haut [vgl. Pfeifer, Bd. 2, S. 1244]. Erst im 20. Jahrhundert ist neben der Bedeutung 'unterrichten' auch die Bedeutung 'angestrengt, eifrig lernen, büffeln' belegbar [vgl. Pfeifer, Bd. 2, S. 1244]. Küpper nennt als veraltete, sondersprachliche Varianten mit anderer grammatischer Struktur a) jemanden einpauken: jemandem Fechtunterricht erteilen und b) sich einpauken: durch Trinken Gastrecht in einem geselligen Kreis erwerben (Studentensprache des 19. Jahrhunderts) [vgl. Kü, S. 7274]. - Entstehungszeit: 20. Jahrhundert [Pfeifer, Bd. 2 S. 1244] - Gebräuchlichkeit: Schüler- und Studentensprachlich [vgl. Pfeifer, Bd. 2, S. 1244]

 

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