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verfiedeln

verfiedeln: etwas verfiedeln/ verbumfiedeln, verfumfiedeln

 

Umschreibung: 1.) sein Vermögen vertun [Rö]; etwas leichtfertig vergeuden [Kü, S. 29576] 2.) etwas verderben, falsch machen, schlecht behandeln [Kü, S. 29576] 3.) etwas versäumen, vergessen, verlegen, verlieren [Kü, S. 29576] Synonym: etwas verbumbeuteln: etwas vergeuden, vertun. Abgewandelt aus 'verbumfiedeln' mit Bezug auf 'Beutel = Geldbeutel' oder verkürzt aus 'Lumpenbeutel = Leichtsinniger'. [Kü, S. 29574]

Historische Analyse: In 'verfumfiedeln' steckt das niedersächsisch 'Funfel' = Geige. 'Fiedeln' ist gegenüber 'geigen' das ältere Wort, wie auch die Fiedel eine historische Vorform der Geige ist, welche bis heute als das wertvollere Instrument gilt. Der Begriff 'Fiedel' ist bereits in der Frühzeit sprachlich 'unfein' geworden. Schon Luther ersetzte 1523 das in 1 Sam 18, 6 verwandte 'fiddeln' durch 'geigen'. Auch heute betrachtet man die Fiedel nur noch verächtlich als minderwertige Geige (Bierfidel, Dorffidel). Zudem steht sie vielfach innerhalb einer erotischen Metapher, so vor allem das 'gelbe Fidelchen', wie es z.B. im Volkslied begegnet: in seinen schwarzen Stiefelgen mit seinen gelben Fidelgen (Bergliederbüchlein Nr. 192, Strophe 3). [vgl. Rö] Ad Bedeutung 1) Zusammenhängend mit 'Fidelfumfei = Tanzvergnügen' und 'Bumfiedel = Baßgeige'. Vgl auch 'Bums = öffentliches Tanzvergnügen'. Diese Verwendung besagt also soviel wie 'bei Tanzveranstaltungen ausgeben'. [Kü, S. 29576] Ad Bedeutung 2) Leitet sich wohl her von falschem Streichen auf der 'Bumfiedel = Baßgeige'. [Kü, S. 29576] - Entstehungszeit: 1.) gegen 1840 aufgekommen; 2.) seit dem 19. Jahrhundert; 3.) 1900 ff. [Kü, S. 29576] - Gebräuchlichkeit: umgangssprachlich [HS]

 

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