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Mund

Mund: den Mund zu voll nehmen

 

Umschreibung: zu viel versprechen; angeben [DURW]; übertreiben; prahlen [Rö]

Historische Analyse: Der Ursprung dieser Redensart ist nicht sicher geklärt. Röhrich sieht als Hintergrund dieser Wendung das vom „Vielesser“ übertragene Bild, der sich beim Essen überschätzt und zu viel in seinen Mund stopft [vgl. Rö]. Ein weiterer Deutungsversuch von Küpper erklärt die Wendung dadurch, dass jemand, der viel zu sagen hat bzw. viel erzählen möchte, tief einatmet, um ohne Unterbrechung sprechen zu können [vgl. Kü, S. 17716]. - Entstehungszeit: 1700 ff. [Kü, S. 17716]

 

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Mund: jemandem den Mund wässrig machen

 

Umschreibung: jemandem Appetit, Lust auf etwas machen [DURW]; jemandes Verlangen erregen [DUW]

Historische Analyse: Der Duft einer verlockenden Speise weckt den Appetit darauf und bewirkt eine Speichelabsonderung im Mund [vgl. Kü, S. 17712], die einem im wahrsten Sinne des Wortes den Mund wässrig macht. Im übertragenen Sinn meint die Redensart, dass man jemanden für eine Sache begeistert und dadurch sein Verlangen danach schürt [Bi]. - Entstehungszeit: seit dem 17. Jahrhundert [Kü, S. 17712] - Gebräuchlichkeit: umgangssprachlich [DURW] - Fremdsprachen: englisch: make somebody's mouth water [DUOD-E]; französisch: faire venir à quelqu'un l'eau à la bouche [Kü, S. 17712]

 

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Mund: jemandem läuft (bei etwas) das Wasser im Mund zusammen

 

Umschreibung: jemand bekommt großen Appetit auf etwas, großes Verlangen nach etwas [DURW]

Historische Analyse: Der Duft einer verlockenden Speise weckt den Appetit darauf und bewirkt eine Speichelabsonderung im Mund [vgl. Kü, S. 17712], die einem im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser (den Speichel) im Mund zusammenlaufen lässt. Im übertragenen Sinn meint diese Redensart, dass man von einer Sache so begeistert wird, dass man ein großes Verlangen danach spürt [Bi]. - Entstehungszeit: seit dem 15. Jahrhundert [Kü, S. 30734] - Gebräuchlichkeit: umgangssprachlich [DURW] - Fremdsprachen: vgl. englisch: his mouth watered [DUOD-E]; französisch: l'eau vient à la bouche [Rö]

 

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Mund: sich (bei/ mit etwas) den Mund/ (derb:) das Maul/ die Zunge verbrennen

 

Umschreibung: sich durch unbedachtes Reden schaden [DURW]

Historische Analyse: Der Mund bzw. die Zunge steht für „das organ des geübten geschmacks, das den wohlgeschmack verfeinerter speisen und getränke zu unterscheiden versteht“ [Gr]. Verbrennt man sich aus Unvorsichtigkeit den Mund oder die Zunge, verursacht das Schmerzen und schadet dem Geschmackssinn [Bi]. In diesem Bild liegt der Ursprung der Redensart [vgl. Kü, S. 17716], die zum Ausdruck bringt, dass unbedachtes Reden ähnliche unangenehme Folgen haben kann [Bi]. - Entstehungszeit: 1870 ff. [Kü, S. 32058] - Gebräuchlichkeit: umgangssprachlich [DUW]

 

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Mund: sich etwas/ den (letzten) Bissen vom Mund absparen

 

Umschreibung: unter Entbehrungen sparen; sparsam leben [DURW]; sehr eingeschränkt leben [vgl. DUW]

Historische Analyse: Der Ursprung dieser Redensart liegt in der Sparsamkeit von Menschen, die sich sogar in ihrer Ernährungsweise einschränken müssen, um Geld einsparen zu können [vgl. Kü, S. 18790]. Die Dringlichkeit dieser Maßnahme wird durch den „letzten Bissen“ verstärkt, wenn er symbolhaft für das Ende der Nahrungsaufnahme und damit auch für das Ende des Lebens steht [Bi]. - Entstehungszeit: 1900 ff. [Kü, S. 18790] - Gebräuchlichkeit: umgangssprachlich [DUW]

 

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Mund: von der Hand in den Mund leben

 

Umschreibung: 1) keine Ersparnisse machen [Kü, S. 11636]; die Einnahmen sofort wieder ausgeben [DURW] 2) Zahnarzt sein [Kü, S. 11636]

Historische Analyse: Die ursprüngliche Bedeutung dieser Redensart lautete: „Was man mit der Hände Arbeit einnimmt, gibt man für das Essen wieder aus“ [Kü, S. 11636] und spielt mit der Vorstellung, dass der Lohn, den man verdient, gleich wieder „aufgefressen“ (vernichtet, aufgebraucht) wird, noch bevor er „nutzbringend“ angelegt werden kann [Bi]. Später bezog man die Wendung scherzhaft auch auf den Zahnarzt, der davon lebt, dass er anderen mit der Hand in den Mund fährt [vgl. Rö]. - Entstehungszeit: 1) 1700 ff. [Kü, S. 11636] 2) seit dem späten 19. Jahrhundert [Kü, S. 11636] - Fremdsprachen: englisch: live from hand to mouth [DUOD-E]

 

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