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schlitzohrig

schlitzohrig: schlitzohrig (sein)

Umschreibung: listig, durchtrieben und dabei nicht unbedingt vertrauenswürdig sein [GG]

Analyse der Bedeutung: Analog zum bildhaften Ausdruck ↑Schlitzohr sind bzgl. der Wendung schlitzohrig (sein) mehrere Thesen hinsichtlich der Herkunft zulässig. Eine davon bilden die Verstümmelungsstrafen, die u. a. das Einschlitzen der Ohren zur Markierung von verbrecherischen Personen vorsehen. Vgl. dazu näher die o. g. Wendung.
Ist etwas oder jemand schlitzohrig, bezieht sich dies auf das eingeschlitzte Ohr der delinquenten Person, das die Verbrecherin/den Verbrecher wie ein Schandmal für alle anderen optisch kenntlich macht. Von diesem realhistorischen Umstand motiviert werden im übertragenen Sinne die Hinterhältigkeit einerseits, sowie das sympathische Trickreiche andererseits, als Eigenschaften metaphorisch umschrieben. [GG] - Entstehungszeit: 19. Jh. [WPE: Schlitz] - Realienkundliches: Siehe dazu die Wendung ↑Schlitzohr. - Diastratik: umgangssprachlich - Semantische Prozesse: auch meliorativ - Figuriertheit: Drastik; kann auch scherzhaft gemeint sein

 

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Projektleitung

Ao. Univ.-Prof. i.R. Dr.

Wernfried HOFMEISTER



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