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Ei

Ei: (nicht) das Gelbe vom Ei sein

 

Umschreibung: (nicht) das Beste, Vorteilhafteste sein [Rö]

Historische Analyse: Das Eigelb oder auch Dotter genannt gilt generell als das Schmackhafteste vom Ei und bezeichnet daher im übertragenen Sinn auch das Vorteilhafteste, das Beste an einer Sache. Nicht nur als Geschmacksträger ist das Eigelb wertvoll, sondern auch deshalb, weil es Nährstoffe enthält, die den Embryo bis zum Schlüpfen versorgen und sich daraus schließlich ein neues Lebewesen, ein Kücken, entwickeln kann [Bi]. - Gebräuchlichkeit: umgangssprachlich [DUW]

 

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Ei: das Ei des Kolumbus sein/ Das ist das Ei des Kolumbus!

 

Umschreibung: bezeichnet eine überraschend einfache Lösung einer schwierigen Aufgabe [Gu, S. 66]

Historische Analyse: Die Herkunft dieser Redensart ist nicht ganz sicher geklärt. Wahrscheinlich geht sie auf eine Anekdote über die Geschichte der neuen Welt zurück, die 1565 von dem Italiener Girolamo Benzoni in seiner „Historia del Mondo Nuovo“ erschienen ist. Danach soll Kolumbus nach seiner ersten Amerikareise bei einem Gastmahl, das Kardinal Mendoza im Jahre 1493 ihm zu Ehren ausgerichtet hatte, auf den Vorwurf, seine Entdeckung sei gar nicht so schwer gewesen, ein Ei genommen und die Tafelrunde gefragt haben, wer es auf eine seiner Spitzen stellen könne. Als alle verneinten, nahm Kolumbus das Ei und schlug das eine Ende auf den Tisch, so dass es stand [vgl. Rö]. Benzoni räumte ein, diese Begebenheit auch nur vom Hörensagen zu kennen. Von einer ähnlichen Geschichte wusste nämlich schon Giorgio Vasari in seiner „Vite de' più eccellenti pittori, scultori e architetti“, erschienen 1550, über den Florentiner Renaissance-Baumeister Filippo Brunelleschi (gest. 1444) zu berichten; der flüchtete sich nämlich in den „Eierbeweis“, als es bei einer Architektenversammlung um die beste Konstruktion für den Domkuppelbau seiner Heimatstadt ging. Auf Brunelleschi passt die Anekdote mit dem Ei deshalb so gut, da die Kuppel des Doms zu Florenz in der Tat die Form eines an der Spitze eingedrückten Eis aufweist. Es könnte daher möglich sein, dass Benzoni die Brunelleschi-Geschichte lediglich auf Kolumbus übertragen hat [Gu, S. 67]. Neuere Forschungsergebnisse weisen allerdings darauf hin, dass die Erzählung vom stehenden Ei orientalischen Ursprungs ist. Ins Deutsche ist die Redewendung vom Ei des Kolumbus vermutlich durch Calderón de la Barcas (1600-1681) Komödie „La dama duende“ (1629; dt. „Dame Kobold“) gelangt, wo die Geschichte wie folgt erklärt wird: „Das andere kennst du doch, mit Hänschens Ei? Womit viele hoch erhabene Geister sich umsonst bemühten, um auf einen Tisch von Jaspis solches aufrecht hinzustellen; aber Hänschen kam und gab ihm einen Knicks nur, und es stand“ [Gu, S. 67].

 

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Ei: wie aus dem Ei gepellt/ [selten:] geschält sein

 

Umschreibung: elegant, sauber gekleidet sein [Kü, S. 7046]; schön anzusehen sein [Bi]

Historische Analyse: Diese Redensart beruht auf dem Vergleich mit einem gekochten Ei, bei dem nach der Entfernung der Schale das blendende Eiweiß zum Vorschein kommt [vgl. Kü, S. 7049]. Wander bringt die Redensart mit einer griechischen Erzählung in Verbindung, die besagt, dass Leda infolge eines Besuchs von Jupiter zwei Eier gelegt hat. Aus dem einen seien Zwillinge, Kastor und Pollux, Jünglinge von unübertrefflicher Gestalt, hervorgegangen, aus dem anderen Helena, die für ihre Schönheit bekannt ist [vgl. Wa, S. 9066]. - Entstehungszeit: 1600 ff. [Kü, S. 7049] - Gebräuchlichkeit: umgangssprachlich [DUW]

 

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